Ernst Schärff, 1882 - 1968                                                                                                                                              15.10.2016

- aus dem Riesebyer Jahrbuch 2000 -

 

 

 

De ole Bödjer Kock in Basdörp

 

 

De ople Bödler (Böttcher) Wilhelm Koch, „Kock“ woer he ümmer nennt, weer 1846 geborn

un is 99 Johr old waarn. In sien junge Johrn weer he Husholler op Kriesby. Nu weer op

de Hof een Kutscher, de allns wat so passeern de ünner de Hoflüüd, de Herr todrog.

 

Eenes Daags harr he em vertellt, dat bi de Husholler dat veerte Kind kaamen soll un

harr so bielöpig meent, son grode Familie keem de Hof doch rech dür to staan.

 

De Herr dreep denn naheer Koch un meent, „bi se sall werrer wat geboren warrn.

Ick mutt se rein kündigen, de Familie wart mi to groot“.

Koch seggt: „Ja, denn mut ick dat woll maaken, as bi uns grode Sög“.

„Wat is denn mit de grote Sög wesen?“ segt de Herr hastig.

„Ja“, sä de Husholler „de har toveel Farkens, dor heff ick een poor dotslaan müßt“.

„Mein Gott, Husholler“, seggt sien Herr, „ick treck de Kündigung werrer trüch,

se söllt eer Kinner doch nich dotslaan“.

 

He bleev as Husholler, awer as na een poor Johrn doch werrer een Kind kamen sull,

neem he een Hushollerstell op Stuffhoff an, naaher köff he sick in Basdörp een Bötjerie,

de Bötjers stünn sick domals heel god.

Erz. Johann Bahr, gew. Haushalter, geb. 1872

 

 


15.10.2016

Erich Hatje, fröher Basdörp

 

- aus dem Riesebyer Jahrbuch 1989 -

Erinnern an Asmus Petersen

 

Dütt Bild is vun Fru Käthe Kasparek ut Basdörp. Up den Wagen sitt links Käthe ehr

Vadder, Johann Asmus Petersen, un blang em „de ole Seemann“. De beiden hebbt in

Eckernför an`t Noor Reth laad. Käthe seggt, ehr Vadder hett sik later jedes mal

argert, wenn he dat dore Bild sehn hett: Wie kann dat blos angahn, he sitt dar

up`n Wagen, up den Kutscherplatz, lett sik knipsen und hett ni mal dat Lei in de Hand!

 

 


28.02.2016

Wilhelm Bronnmann, Rieseby

- aus dem Jahrbuch 1990 -

 

Zur Geschichte des Dorfes Basdorf

 

Erst in den letzten einhundert Jahren ist Basdorf in seiner Bedeutung zunehmend hinter Rieseby zurückgetreten. Dabei erfolgte die Erweiterung des Dorfes Rieseby auf Kosten von Ländereien der Gemarkung Basdorf. Noch heute gilt als Gemarkungsbezeichnung für die Hausgrundstücke in den Grundbüchern des Katasteramtes Basdorf.

 

Über Jahrhunderte war Basdorf neben Loose und Norby eines der Gutsdörfer, die Saxtorf zugehörig waren.

 

Die ältesten bekannten Namen aus dem Ort sind durch das Pflugschatzregister von 1543 überliefert. Damals hatte der Ort zehn Hufen. Als Hufner werden genannt: Lawerenz Kruse, Detlef Kruse, Peter Henneke, Clawes Pawel, Timm Mante, Marten Brase, Hans Ranni, Clawes Tamsen, Clawes Lüttmann und Lawerenz Ranni. Sie werden mit ihren Gespannen zusammen mit den Hufnern aus Loose und Patermeß den größten Teil der Feldarbeit auf dem großen Gut Saxtorf verrichtet haben, von dem zu der Zeit die vielen späteren Meierhöfe noch nicht abgelegt waren.

 

Im Jahre 1635 ist das Bild der ansässigen Familien leicht verändert. Die zehn Hufen bestanden noch und wurden besetzt von Detlef Brasze, Claus Buesz, Jürgen Ranne, Marquard Brasze, Hinrich Ranne, Detlef Brasz - Bauernvogt, Detlef Kruse, Peter Ranne und Claus Golbeck. Peter Kock könnte ein Ahnherr der noch heute ansässigen Familie sein. Als Wurtsetteln werden Asmus Masz und Jürgen Jochim genannt. Heuersleute waren damals Marcus Fischer, Michel Möller, Hinrich Murmann, Hansz Schatte und Peter Böttcher. Ob hier der ausgeübte Beruf oder der Familienname gemeint ist, ist nicht ganz klar. Auch die Namen von Kätnern werden genannt mit Marquart Jochim, Cathrin Möhlen, Abel Reimers, Peter Holtz, Peter Brasze und Anna Möhlen. Zusammen sind das immerhin dreiundzwanzig Familienvorstände. Wenn man bedenkt, dass ein Hufner neben kinderreicher Familie und den Altenteilern in der Regel auch Knechte und Mägde in seinem Haushalt unterhalten musste, kommt für das Dorf schon eine stattliche Einwohnerzahl zusammen.

 

Aus dem Riesebyer Kirchenrechnungsbuch ist zu entnehmen, daß im Jahre 1665 zwei Hufen niedergelegt und in Saxtorfer Hoffeld umgewandelt wurden. Wir wissen aus anderen Zusammenhängen, daß die Bevölkerung infolge von Kriegs- und Notzeiten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stark dezimiert wurde. So mag es auch hier gewesen sein. Vielleicht waren die Hufen damals nicht alle zu besetzen. Wo die zehn Hufen gelegen haben, ist nicht mehr bekannt.

 

Noch 1750 waren acht Hufen vorhanden, wie es das Verzeichnis der Adligen Güter ausweist. Im 18. Jahrhundert gab es noch die Allmende mit Weideflächen für das Vieh des ganzen Dorfes und Ackerflächen, die jährlich neu ausgelost wurden. Der Bauernvogt war zuständig dafür, daß niemand benachteiligt wurde.

 

Im Jahre 1799 wurde die Leibeigenschaft im Gute Saxtorf aufgehoben. Die Hufner erhielten mit dem Datum vom 16. bzw. 18.12.1799 Erbpachtverträge. Darin wurden ihre Verpflichtungen gegenüber dem Gut geregelt. Auch die zu zahlenden Kosten sind benannt. Fortan arbeiteten die Hufner und alle Landbesitzer auf eigenem Land, das aufgrund des Verkoppelungsgesetzes einzuzäunen war.

 

Nach der Topographie des Herzogtums Schleswig von Johannes von Schröder aus dem Jahre 1984 hatte Basdorf damals sieben Hufen. Darin ist als siebente Hufe vermutlich die Basdorfer Mühle mitgezählt.

 

Die Verteilung des Beitzes im Jahre 1799 ist bis in die Gegenwart hinein nachvollziehbar. Während drei Hufen im Ortskern des heutigen Basdorf lagen, befand sich eine auf dem heute in Rieseby am Ende des Greensweges gelegenen Gebiet. Die Hufe in Moorholz ist noch erhalten und wird von der Familie Köhn bewirtschaftet. Auch auf der Hufe in Kratt wird heute noch Landwirtschaft von der Familie Neethen betrieben. Hinzu kommt die Basdorfer Mühle.

 

Nun einiges zur Entwicklung der im Ortskern gelegenen Basdorfer Hufen. Schon 1799 war die Hufe von Kock in der Ortsmitte im Besitz der Familie. Der bauernvogt Rudolf Kock übernahm sie für  2.642 Reichstaler und 41 Schillinge. Die Huf befindet sich heute in der achten Generation der Familie Kock seit der Übernahme 1799. Von dem ursprünglichen Besitz wurde eine Fläche von ca. 6 Tonnen an die Armenkommune zum Bau eines sogenannten Armenhauses verkauft, das an der Stelle lag, wo später das Baugebiet an der Rapstedter Straße ausgewiesen wurde, nachdem der Zweckverband Rieseby-Loose das Versorgungsheim aufgelöst hatte.

 

Ein Stück unpflugzähliges Land, das gemeinschaftlicher Besitz mehrere Hufner war, wurde am 25.4.1852 an Marx Friedrich Rudolph Moltzen in Kratt verkauft. Eine Fläche von ca. 2 Tonnen in Rieseby erwarb am 7.2.1861 der Schuster Rudolph Moltzen aus Kratt.

 

Die heute im Besitz der Familie Sell befindliche Hufe hatte 1799 Detlef Möhl für 2.717 Reichstaler übernommen. 1815 erwarb den Besitz Johann Rann. Schon 1833 ging die Hufe an Carl Friedrich Leckband, in dessen Familie sie bis 1895 blieb. Die Witwe Marie Leckband verkaufte an Jürgen Mahrt und baute für sich ein Wohnhaus, das heute im Besitz der Familie Wandrowsby ist. Später verkaufte die Frau Leckband dieses Haus und baute sich das Wohnhaus gegenüber dem Kaufhaus F.C. Christophersen an der Dorfstraße, das heute der Familie Bartels gehört.

 

Die dritte Hufe in Basdorf lag gegenüber derjenigen, von der im vorigen Absatz die Rede war. Seit 1918 in den Besitz der Familie Illies auf Hörst gegangen und wird nach zeitweiliger Verpachtung an den in Basdorf noch gut bekannten Kapitän z. See. a. D. Hollmann und späteren Abbruch der Gebäude vom Hof aus mit bewirtschaftet. Im 19. Jahrhundert war die Hufe für einige Jahrzehnte im Besitz eines Zweiges der Familie Kock, die aus Mührholm kam und heute noch dort ansässig ist. Der letzte Besitzer dieser Familie verkaufte die Hufe 1906 und erwarb dafür die ehemalige Brammersche Hufe am Ortseingang von Bohnert, wo mit Friedrich Kock noch heute ein Sproß der Familie lebt.

 

Von der Hufe wurden im 19. Jahrhundert zwei Grundstücke zum Bau von Häusern verkauft. Das Eckgrundstück neben der alten Schmiede in Rieseby wurde 1883 verkauft, wo dann der ältere Teil des heutigen Gebäudekomplexes gegenüber dem Bahnhof entstand. Neben der Hufe in Basdorf baute sich der Sattler Fritz Leckband ein Haus, das nun im Besitz der Familie Kopczinski ist.

 

Die vierte Hufe lag an dem alten Kirchenweg von Rieseby nach Loose, dem heutigen Greensweg, an der Stelle, wo heute die Wohnhäuser der Familien Schröder und Mayrhofer liegen. Die Hufe, ursprünglich im Besitz des Detlef Wegner, ging 1822 an einen Hans Hinrich Lausen aus Brodersby in Angeln, in dessen Familie sie für vier Generationen blieb. 1853 kaufte der Kätner Samuel Naeve von dem Hufner Detlef Lausen die Koppel „Mühlenteich“ in der Nähe der Basdorfer Mühle. Naeve war Böttcher und bewohnte das Haus, das heute Wilfried Indinger gehört, vormals Familie Ohl. Hier wurde durch Generationen hindurch das Böttgerhandwerk betrieben. Die Koppel erlaubte das Halten von ein bis zwei Kühen.

 

Von der Hufenstelle Lausen ging auch 1874 das Stück Land ab, auf dem der Bäcker Detlef Plump eine Bäckerei errichtete. Es ist die an der Dorfstraße in Rieseby gelegene Bäckerei, heute im Besitz der Familie Carstensen. Das Flurstück „Vorderste Heyde“ von dem das Grundstück abging, ist später abschnittsweise für weitere Bebauungen verkauft worden.

 

Das Hauptgebäude der alten Hufe brannte am 28.11.1905 ab, vermutlich infolge Brandstiftung. Danach verkaufte Detlef Lausen die Hufe. Mit verkleinerter Landwirtschaft ist sie später noch von Christian Green und nach dem 2. Weltkrieg für einige Jahre von Kurt Glinkemann bewirtschaftet worden, bis die Fläche infolge zunehmender Bautätigkeit in Rieseby so weit geschrumpft war, daß sie für einen selbständigen Betrieb zu klein geworden war. Heute ist der größte Teil der ehemaligen Hufe mit Grundstücken überbaut.

 

Die Moorholzer Hufe wurde 1799 von Christian Piepgras übernommen und blieb in dieser Familie bis zur Übernahme durch Richard Köhn im Jahre 1970. Ein Teil der Ländereien war schon vorher zur Einrichtung eines landwirtschaftlichen Betriebes abgegeben worden.

 

Als Stammhufe in Kratt ist diejenige anzusehen, die heute von Friedrich Neethen bewirtschaftet wird. Sie wurde 1799 von Detlef Maß übernommen und 1832 an Hans Jürgen Thoms aus Bohnert übergeben. Nach 1900 wurde die Hufe von Johann Thoms an Friedrich Dose verkauft. Von ihm ging sie an dessen Nichte Caroline Neethen, geb. Jürgens, und dann weiter an deren Sohn Friedrich.

 

Die Basdorfer Mühle, damals Wassermühle, wurde am 6.7.1797 dem Müller und Zeitpächter Detlef Rathje, übergeben. Dieser erhielt zusätzlich 59 Heitscheffel eingefriedigten Landes zur Bewirtschaftung. Zu zahlen hatte er jährlich 200 Mark und ein unveräußerliches Laudemium 50 50 Reichstalern. Die Gutswirtschaft war mattenfrei, leben mußte der Müller von den Untergehörigen des Gutes Saxtorf, die bis 1854 dem Mühlenzwang entsprechend hier mühlenpflichtig waren.

 

Von der Witwe ging die Mühle mit Landwirtschaft 1821 an den Müller Hans Heinrich Stuhr. Von dessen Witwe 1852 an den Sohn Johann Hinrich August Stuhr. Nach Aufhebung des Mühlenzwanges 1854 geriet dieser Zahlungsschwierigkeiten, so daß die Gutsherrschaft den gesamten Betrieb 1862 selbst übernehmen mußte. 1868 trat der Müller Wilhelm Jensen die Stelle an. Damals wurde in der Kaufbedingung festgelegt, „daß der frühere Mühlenteich nicht mehr aufgestaut werden darf“.

Jensen war der erste Gemeindevorsteher in der Gemeinde Rieseby von 1871 bis 1887.

1887 gingen Windmühle und Länderen an Wilhelm Petersen aus Brodersby in Schwansen, dessen Nachkommen noch heute Besitzer sind. Müllermeister von 1919 bis zu seinem Tode am 28.10.1946 war Johannes Petersen, dem freilich nach dem Brand der Mühle im Jahre 1918 zunächst eine große Windrose und nachher elektrischer Strom die Mahlgänge antrieb. Der Mühlenbetrieb wurde am 31.12.1949 eingestellt. Zwischenzeitlich ist die Mühle sowie das nebenstehende Gebäude abgebrochen. Der landwirtschaftliche Betrieb läuft noch unter der Leitung von Angehörigen der Familien - nunmehr schon länger als 100 Jahren.

 

Neben den Hufenstellen bestanden schon 1799 zwei Viertelhufen in Basdorf. Die eine ist auch heute noch ein landwirtschaftlicher Betrieb und wird von Johannes Kasparek geführt. Sie ist auch durch verschiedene Hände gegangen. Erster Besitzer war ein Johann Rudolph Engel, doch schon 1806 ging sie an Anton Hinrich Verdieck aus Hohenlieht. Der Böttcher Joachim Friedrich Stuhr aus  Bülk hatte sie nur zwei Jahre, von 1829 bis 1831, und auch Detlef Büchert aus Gereby blieb nur von 1831 bis 1836. Über zwei Generationen - von 1836 bis 1909 - war sie im Besitz einer Familie Kock. Der letzte Besitzer dieser Familie, Heinrich Kock, war viele Jahre Standesbeamter in Rieseby. Aus dieser Familie stammt auch der frühere Gastwirt Hermann Kock, der einige Jahrzehnte den Riesebyer Krog führte. Seit Johannes Asmus Petersen den inzwischen weiter ausgebauten Betrieb im Jahre 1909 übernahm, ist er im Besitz geblieben.

 

Eine weitere Viertelhufe lag nördlich der Hufe 1 (Kock) am Abzweig des Weges zur Mühle. Das alte Wohn-/Wirtschaftsgebäude ist in seiner Grundform noch heute erhalten und wurde von Paul Dollase und den jetzigen Besitzern so modernisiert, daß die ursprüngliche Form noch geahnt werden kann. Letzter Besitzer der vollständigen Viertelhufe, der auch das Land noch bearbeitet, war Schlachtermeister Holst aus Rieseby. Inzwischen ist das Land von Familie Butscheck übernommen und die Ländereien von Sönderbyhof einbezogen worden.

 

Bis 1917 wurde diese Landstelle von einer Familie Kock bewirtschaftet, aus der auch der Heimatforscher Christian Kock hervorging.

 

Schon Borgert Kock, 1727 bis 1805, übte das Maurerhandwerk aus, wie seine Nachkommen in der Folgezeit gleichfalls. Aus dieser Zeit ging auch der Baumeister Karl Kock hervor, der um die Jahrhundertwende in Rieseby viele Häuser baute. Für sich errichtete er eines am Bahnübergang in Rieseby. Hier kann man auch den Baustil studieren, der für seine Häuser typisch ist.

 

Neben den Hufstellen gab es auch schon 1799 in Basdorf Kätner im Land. Aus der „Detlef Braaseschen Stelle“ haben drei Generationen der Familie Engel, die den Besitz um die Jahrhundertwende übernommen hat und aus Norby kam, durch Zukauf von Land einen landwirtschaftlichen Betrieb gemacht. Heute lebt hier die Familie.

 

Eine alte Katenstelle ist auch die, welche jetzt im Besitz der Frau Helene Soll ist. Das von ihr bewohnte Haus am Bahnübergang, das noch heute den Stil des Niedersachsenhauses erkennen läßt, dürfte etwa 200 Jahre alt sein und damit eines der ältesten Häuser in Basdorf. Das dazugehörige Land wurde durch den Bau der Eisenbahn 1881 durchschnitten. Wie die Inhaber anderer kleiner Stellen mußten die Besitzer dieser Stelle sich in einem Nebenerwerb Geld dazuverdienen. Die Eltern von Frau Soll, die eine geborene Dittmann ist, betrieben Handel und unterhielten neben einem Laden auch ein Fuhrwerk, um ihre Kunden im weiten Land zu versorgen.

 

Neben der Landwirtschaft wurde in Basdorf schon immer das Handwerk betrieben, früher viel stärker als heute. Schon die Volkszählliste vom 14. Februar 1803, deren Original im Landesarchiv in Schleswig aufbewahrt wird, gibt davon Zeugnis. So finden wir in ihr den Müller mit seinen Gesellen und in der Familie auch einen Zimmergesellen. Weiter sind in Kratt der Zimmermeister Balthasar Maß und zwei Gesellen aufgeführt. Neben weiteren Zimmermännern finden sich in der Liste Schneider und Maurer.

 

Diese nennt als Bewohner des Ortes 25 Familien mit 129 Personen. Neben den schon aufgeführten Hufnern, Viertelhufnern und Kätern werden noch sechs weitere Kätner genannte. Für diese sind die heutigen Besitzer noch nicht zu nennen. Wir hoffen, dass wir auch darüber noch Informationen erlagen.

 

Von Interesse dürfte noch sein, daß von 24 Haushaltsvorständen acht den Namen Kock tragen. Das erste Haus zur linken Hand am Weg von der Dorfstraße zur Mühle war ein Armenhaus.

 

 


Auszug aus dem Riesebyer Jahrbuch 2002

 

SILKE LASSEN, BASDORF

 

Basdorfer Dorffeste 1979 bis 1999

 

Alle haben ihr Dorffest, warum wir nicht .......?

 

Diese Frage stellten wir uns 1979.

Schnell fand sich ein Festausschuss und plante bei Bier und Schnaps das erste

Dorffest.

 

Die erste Frage war nach dem wann und wo. Nach einigen Überlegungen fand sich

mit der Wiese in der Dorfmitte ein Festplatz. Als Termin wurde Freitag, 13. Juli

vorgesehen.

 

Die nächsten Fragen, die es zu klären galt: Woher bekommen wir ein Zelt, Tische, Stühle, Musik

und Gläser usw.. Auch da wurden wir schnell fündig. Vom DRK bekamen wir das Zelt geliehen;

Tische, Stühle und Tanzboden erhielten wir vom Sportverein. Die Schankanlage lieh uns die

Kyffhäuser-Kameradschaft.

 

Nachdem dieses alles geregelt war, wurden die Einladungen geschrieben. Sie begann mit

„Liebe Basdorfer, Moorholzer und Kratter“. Es stellten sich nun die bangen Fragen: ......kommen

überhaupt Leute, wie wird das Wetter? Schon nach kurzer Zeit lagen die ersten Anmeldungen

vor - insgesamt 72 Personen! Mit so viel Zuspruch hatten wir nicht gerechnet! Aber wie können

alle untergebracht und beköstigt werden?

 

Die Vorbereitungen begannen schon eine Woche vorher. Am ersten Abend wurde alles

zusammengeholt und dann begann der Aufbau. Um allen Stürmen trotzen zu können, galt es,

das Zelt dementsprechend zu verankern. Nach dem Aufbau gab es ein Richtfest - sehr „feucht“

und fröhlich.

 

Am Freitag begann der Nachmittag mit dem Anzünden des Holzkohlegrills und dem Aufhängen

der Girlande. Damit die Getränke gekühlt werden konnten, besorgten wir uns Eis von einem

Fischer.

Endlich ging es los. Das Wetter war herrlich, die Gäste kamen, Essen und Trinken schmeckte

allen, und es wurde fleißig getanzt und gefeiert. Am frühen Morgen waren sich alle einig:

eine Wiederholung sollte es geben! Der Meinung war man sogar noch, nachdem alles

abgebaut und weggeräumt war.

 

Guten Mutes gingen wir 1980 an die Vorbereitung des nächsten Festes. Dieses entwickelte

sich zum Schlammfest - Regen, Regen, Regen! Die Festwiese verwandelte sich zu einem

Schlammloch. Das Zelt musste mit LKW-Planen verstärkt und der Grill überdacht werden.

Als Festkleidung trug man aufgerollte Hosenbeine und Gummistiefel. Aber das ganze tat der

Stimmung keinen Abbruch. Alle rückten näher zusammen und es wurde ordentlich gefeiert.

 

Um vom Wetter unabhängiger zu sein, wurde das nächste Fest in die Halle verlegt. Die

Vorbereitungen verliefen immer perfekter. Benötigten wir für die Vorbereitungen der ersten Feste

noch eine Woche, so reduzierten sich diese inzwischen auf drei Tage. Eigenes Gestühl,

Tanzboden, Gläser und Kühlgeräte gehörten inzwischen zu unserem Inventar. Nun

beschränkten sich die Vorbereitungen der Feste auf das Ausschmücken der Halle mit viel

Grün, Blumen, Tarnnetzen usw.. Zum Essen gab es traditionell Spießbraten, „Toni“ machte

die Musik.

Um den Ablauf der Feste aufzulockern und zu beleben, führten wir kleine Sketsche auf, wie

zum Beispiel „Herrn Pastor sien Koh“, Sackmode, „De Schosterjung“, „Bettgeschichten“,

„Die Glocken von Rom“; Bauchtanz konnten die Besucher auch genießen. Im Laufe der

Jahre wurden diese Aufführungen von den Gästen im Alter von 5 bis 90 Jahren fast schon

erwartet. 70 bis 90 Personen tummelten sich gerne auf unsere Veranstaltungen.

 

Alle Feste verliefen friedlich und fröhlich. Kleine Missgeschicke wurden mit Humor genommen.

So lenkte ein Gast nach dem Genuss von zu viel „Schwarzer Sau“ sein Fahrrad in den Graben,

ein anderer wollte in die falsche Richtung nach Hause, ein nächster meinte, im Straßengraben

übernachten zu müssen. Einige weitere Anekdoten gäbe es noch zu berichten, aber da

schweigt des Sängers Höflichkeit. Oft wurde nach dem Fest noch irgendwo eingekehrt, um

Spiegeleier zu essen.

 

Weil wir immer treue Helfer und liebe Gäste hatten, haben wir 20 Jahre lang die Feste gerne

organisiert. Nun hoffen wir auf die jüngere Generation.

 

Der Festausschuss: von rechts: Ursula und Peter Barske, Günther und Elke Wandrowsky, Helmut und Silke Lassen, Christel Kock, Hannes Kasparek
Der Festausschuss: von rechts: Ursula und Peter Barske, Günther und Elke Wandrowsky, Helmut und Silke Lassen, Christel Kock, Hannes Kasparek

16.01.2015

Ein Auszug aus dem Riesebyer Jahrbuch 1983

geschrieben Karl-Christian Strandberg

 

Vom ambulanten Handel in unserer Gemeinde

 

Schon im vorigen Jahrhundert waren manche Bürger unserer Gemeinde als fahrende Händler tätig und lebten mit ihren Familien von diesem Gewerbe.Das war aus heutiger Sicht nicht immer so leicht. Noch leben unter uns Menschen, deren Existenzgrundlage der fahrende Handel war. Wir haben uns von ihren Erlebnissen erzählen lassen und berichten mit ihrem Einverständnis nun hier darüber für eine größere Öffentlichkeit.

 

Zunächst soll berichtet werden von der Tätigkeit der Händlerfamilie Dittmann/Soll aus Basdorf.

 

Im Jahre 1890 kaufte sich Christian Dittmann, geb. im Jahre 1890, Pferd und Wagen von dem Händler Kock aus Basdorf - Hüsteen, der den Handel aufgab, und baute sich mit seiner Frau einen eigenen Handel auf. Schon im Jahre 1881 hatte er im Basdorfer Mühlenweg eine kleine Landstelle gekauft. Vorher war er auf dem Gut Saxtorf als Landarbeiter tätig gewesen.

 

Auf einem vierrädrigen Federwagen, vorne mit dem Kutscherbock und hinten mit einem abnehmbaren Aufbau, konnten die Waren verladen werden. Im Aufbau und im Vorderwagen waren seitlich kleine Luken eingebaut, um jeden Raum für die Unterbringung des Verkaufsguts zu nutzen. Das Dach des Aufbaus war mit Blech beschlagen, und oben herum war ein Gitter aus Eisen angebracht. Hier war der Platz für die Eierkisten. Auch unter dem Wagen befand sich noch eine Vorrichtung zum Transport einer weiteren Kiste. Hierin konnte das lebend aufgekaufte Geflügel eingesperrt werden.

 

Am Tag vor einer Überlandfahrt wurden Zucker, Mehl, Grieß, Salz usw. abgewogen und eingetütet. Diese Waren wurden zentnerweise vom Großhändler mit der Bahn angeliefert und mußten vom Bahnhof abgeholt werden. Erst später lieferten die Großhändler direkt ins Haus. Wenn alles vorbereitet war, begann das Verladen. Vorne beim Kutscher mußte noch der Petroleumkanister, ein Eimer Senf oder ein Faß mit sauren Heringen untergebracht werden. Petroleum mußte mit, denn viele abgelegenen Häuser waren darauf angewiesen, sie wurden noch nicht mit elektrischem Licht versorgt.

 

Am nächsten Morgen konnte die Fahrt dann losgehen.

Vier Tage in der Woche wurden immer bestimmte Strecken abgefahren, so unter anderem nach Saxtorf-Loose-Moorbrücke-Holzdorf, nach Buchholz-Zimmert-Maasleben-Sinkental-Staunerhütten-Sieseby-Marienhof-Bösby und von Ludwigsburg ab über Kleinwaabs-Langholz-Lehmberg zurück nach Basdorf.

Die Ware wurde dem Käufer, wie man so schön sagt, bis vor die Haustür gebracht. Die Frauen trugen damals bei der Hausarbeit blaue Schürzen, auch Schuten genannt. Die dienten als „Einkaufskorb“. Wenn die Schürze voll war, hatte man ungefähr drei Mark zu zahlen. Eine Handvoll Bonbon gab es immer darauf zu!

 

Tauschgeschäfte waren damals an der Tagesordnung. Oft wurde Ware gegen Ware gehandelt, denn in den ländlichen Haushalten gab es nur wenig Bargeld. Grüne Schinken, Geflügel und Eier z.B. wurden vom Händler auch gegen bar aufgekauft. Das Geflügel wurde dann zu Hause geschlachtet und gerupft für den Weiterverkauf. Die Schinken mußten bearbeitet und anschließend geräuchert werden, um dann auf dem Markt verkauft zu werden.

 

Einmal in der Woche fuhr man mit Pferd und Wagen zum Wochenmarkt nach Kiel zum Wilhelmsplatz, in späterer Zeit zum Exerzierplatz. Der Packtag für diese Tour war der Freitag. Der Aufbau des Wagens wurde dann abgenommen, denn es wurden nur die gepackten Kisten mit Eiern und Geflügel mitgenommen.

Am späten Freitagnachmittag wurde schon gestartet, um in Neudorf bei Verwandten zur Nacht zu bleiben. Wenn die Pferde versorgt waren, ging es bald ins Bett, denn am nächsten Morgen ging es in aller Frühe weiter nach Kiel, um rechtzeitig mit der Ware auf dem Markt zu sein.

 

Nach der Belieferung der Stammkunden und dem Verkauf der übrigen Ware rüstete man zur Heimfahrt, die abgesehen von kleinen Pausen dann in einem Zuge bis Basdorf durch ging.

Am Abend - so berichtet die Tochter, Frau Helene Soll - zählte der Vater das eingenommene Geld. War Goldgeld darunter, wurde es in einem besonderen Geldkasten zur Aufbewahrung gelegt. So hatte man eine Sparkasse.

Im Jahre 1910 eröffnete Vater Dittmann noch ein kleines Ladengeschäft, das überwiegend von der Ehefrau besorgt werden mußte. Volle 37 Jahre - bis zum Jahre 1927 - fuhr Christian Dittmann bei jedem Wind und Wetter über Land und einmal wöchentlich nach Kiel.

Zwischenzeitlich hatte er seine Tochter Helene uns seinen Schwiegersohn Adolf Soll mit allem vertraut gemacht, so daß sie die Handlung in alter Tradition weiterführen konnten.

 

Die jungen Leute machten dann noch eine neue Tour auf. Sie führte über Bohnert-Kosel-Missunde- über die Fähre nach Brodersby-Goltoft und zurück. Im Winter machte Adolf Soll diese Tour einmal mit dem Pferdeschlitten. In Missunde mußte er dann aber feststellen, daß der Fährbetrieb eingestellt war, weil die Schlei zugefroren war. Kurz entschlossen fuhr er mit dem Pferdeschlitten über das Eis der Schlei. Es ging auch gut, aber er hat es später

nie wieder gemacht - es war doch eine sehr riskante Sache.

 

Einmal ergab es sich, daß Adolf Sell auf dem Gut Saxtorf 400 Hühner kaufen konnte. Auch diese mußten lebend nach Basdorf befördert werden. Es ging: Soll spannte eine Netz über seinen Wagen und konnte 100 Hühner laden. Das ergab dann vier Touren.

 

Nun gab es eine Menge zu tun, denn alle Hühner mußten geschlachtet und gerupft werden. Auch wenn einige Nachbarinnen mithalfen: an dem Tag konnte man genug von den Hühnern bekommen.

 

Folgende Geschichte spielt sich im Winter 1938/39 ab; Es war der Tag vor dem Heiligen Abend - der Packtag für den Kieler Wochenmarkt. In der Nacht hatte es tüchtig geschneit, und am Vormittag traten schon die ersten Verwehungen auf. Durch den Milchmann Karl Siemen hatte man erfahren, daß man mit dem LKW nicht mehr bis an die Landstraße Basdorf-Eckernförde kommen würde, höchstens über Rieseby-Saxtorf gäbe es noch eine Möglichkeit. So wurde alles schnell verladen, um die Fahrt über Rieseby-Saxtorf-Hummelweth-Kratt anzutreten. So um 19 Uhr konnte es losgehen. Aber Adolf Soll und seine beiden Mitfahrerinnen, sein Frau und Ida Ohl, mußten so manche Schneewehe erst wegräumen, um nach einer beschwerlichen Fahrt gegen Mitternacht in Gettorf anzukommen. An der Tankstelle Pelletier in Gettorf mußte der Besitzer geweckt werden, denn bei dem vielen Anfahren und Gasgeben war der Tank schneller leer als sonst. Herr Pelletier hatte ein Einsehen und die weitere Fahrt nach Kiel konnte angetreten werden. Aber erst um drei in der Früh wurde der Marktplatz erreicht. Da lohnte der Schlaf kaum noch. Viele Händler waren wegen der Schneeverwehungen gar nicht gekommen. Und da viele Kunden aus Kiel doch gern zu Weihnachten gut essen wollten, waren im nu alle Waren verkauft.

 

Schnell wurden die leeren Kisten verladen, um die Heimfahrt anzutreten. Auch diese verlief nicht ohne schneebedingte Aufenthalte. Als am späten Nachmittag Basdorf wieder erreicht war, suchte jeder nur noch ein Ruheplätzchen. Herr Soll hing seine Geldtasche an den Haken und war auch nicht mehr neugierig, wie groß der Umsatz denn gewesen war. Erst am zweiten Feiertag hatte er sich soweit erholt, daß er Kasse machen konnte. Und siehe da - der Tagesumsatz hatte 2 700,-- Mark betragen!

 

Im Jahre 1939 wurde das kleine Ladengeschäft aufgegeben. Die durch die gleich zu Kriegsbeginn eingeführten Lebensmittelkarten brachten so viel Mehrarbeit, daß die Sache nicht mehr lohnte. Doch der Handel ging auch im Kriege weiter. Nur war es leider kein freier Handel mehr. Alle Erzeugnisse unterlagen der Bewirtschaftung. Jeder Hühnerhalter bekam einen Stempel mit einer eigenen Nummer, mit dem jedes Ei abgestempelt werden mußte. Auf dem Wochenmarkt konnten nur noch Eier gegen Lebensmittelkarten abgegeben werden.

 

Das Einsammeln der Eier wurde im Krieg zur Haupttätigkeit, denn Herr Soll war für einen großen Bezirk zuständig. So wurden einmal in der Woche 115 000 Eier aufgekauft und in 600 Kisten verpackt und abgeliefert. An dem aufgekauften Ei verdiente der Händler einen Pfennig, den er mit dem Inhaber der Sammelstelle teilen mußte, wenn das Ei dort abgeliefert worden war. Eier, die der Händler nicht verkaufte, mußte in der Eierzentrale in Eckernförde abgeliefert werden.

Mit dem Geflügelhandel ging es im Krieg sehr zurück, denn Geflügel war ja Fleisch und durfte nur auf Lebensmittelkarten abgegeben werden.

 

Im März 1944 wurde Adolf Soll zur Wehrmacht eingezogen, nun war seine Frau für alles verantwortlich. Zum Glück hatte sie einen Führerschein, so daß sie die alten Touren weiter abfahren konnte. Für sie kamen nun auch noch andere Fahrten hinzu. So mußte Frau Soll zum Beispiel Käse und Butter von der Riesebyer Meierei nach Kiel zur Zentrale bringen. Da es in der Gemeinde nur wenig Fahrzeuge gab, wurde Frau Soll für manche notwendige Fahrten dienstverpflichtet.

 

Als Adolf Soll im Jahre 1946 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, fing er mit seiner Frau wieder mit dem Handel an. Auch wurde mit einer eigenen Erzeugung begonnen; es wurde Geflügel für den Verkauf gezüchtet und Gemüse angebaut.

 

Ab 1947 standen Adolf Soll und seine Frau wieder auf dem Wochenmarkt, aber nicht wieder in Kiel - sondern in Eckernförde. Auch hier wurden schnell eine ganze Anzahl von Stammkunden gewonnen., so daß zur Belieferung Eier und Geflügel aufgekauft werden mußten.

 

Nachdem das Ehepaar Soll in Eckernförde das 50jährige Geschäftsjubiläum gefeiert hatten, wurden noch einmal zwei Jahre zugelegt.

Erst 1979 wurde der Marktstand aufgegeben, um in den wohlverdienten Ruhestand einzutreten.

 

Gemeinsam verbringen Helene und Adolf Soll ihren Lebensabend in ihrem Haus im Basdorfer Mühlenweg. Und sie werden sicher an diese und ähnliche Erlebnisse aus ihrem langen Berufsleben noch oft und gern zurückdenken.

 

 


Aus dem Riesebyer Jahrbuch 1976

 

Wussten Sie schon .....

 

  dass der Name Rieseby urkundlich belegt ist und durch ein

  Dokument aus dem Jahre 1352, der Name und der Ort aber

  sicher schon viel älter sind.

 

  dass der Raum um Rieseby/Bohnert zwischen dem Ornumer Noor

  und den Stubber Waldungen die mit Sicherheit älteste Siedlungskammer

  auf Schwansen ist.

 

  dass der verstorbene Lehrer Hardersen 1938 insgesamt 68 Stätten mit

  mit vorgeschichtlichen Funden auf dem Gemeindegebiet registriert hat.

 

  dass einige bedeutende vorgeschichtliche Funde aus unserer Heimatgemeinde

  in den Museen in Schleswig, Kiel und Kopenhagen ausgestellt sind

  (namentliche Funde von den Feldern rings um die Norbyer Mühle)

 

  dass im 5. Jahrhundert ein großer Auswandererstrom von Angeln und Sachsen

  aus unserer Heimat nach England zog - und dass es in England Ortsnamen

  gibt, die denen im heutigen Schwansen gleichen, z. B. RISBY in der

  englischen Grafschaft Suffolk, SAXTHORPE in der englischen Grafschaft

  Norfolk und SWANSEA in Wales.

 

  dass unsere Landschaft im Mittelalter für mehrere Jahrhunderte fast

  menschenleer war uns von einem großen Wald bedeckt war, dem Jarnewith

  (dänisch) oder ISARNHO (deutsch), was so viel heißt wie „Eisenwald“ -

  wegen der Undurchdringlichkeit.

 

  dass viele Ortsnamen aus Schwansen auch in Angeln vorkommen,

  z. B. Eschilsmark (1352 bei Struxdorf)

  Saxtrop (jetzt Saustrup)

  Thumby

  Pommersby

  Brodersby

  Gammelby

 

  Sie machen es sehr wahrscheinlich, dass Schwansen nach der Wanderung

  der Angeln und Sachsen seine ersten neuen Bewohner aus Angeln erhalten hat.

 

  dass im 14. und 15. Jahrhundert in den Kämpfen um das Herzogtum Schleswig

  zwischen dem König von Dänemark und den Holstengrafen die STUBBER BURG

  des Schleswiger Bischofs eine Rolle gespielt hat.

  Diese Burg lag in dem heute zu Büstorf gehörenden Jahnsholz (Johannesholz)

  an der Schlei. Der Verlauf der alten Wehranlagen ist noch heute deutlich

  sichtbar.

 

  dass im 14. und 15. Jahrhundert in der Regel jeden zweiten Sonnabend unweit

  der Kirche Rieseby auf dem Gelände, dass noch heute Dingstock heißt, die

  Hardeversammlung der freien Bauern aus Schwansen stattfand.

  Auf dem Ding, der auf einem durch 4 Pfähle (Stöcke) und einen Steinkreis

  gekennzeichneten Platz unter freiem Himmel abgehalten wurde, kam alles

  zur Sprache, was für das öffentliche Leben von Bedeutung war.

 

  dass das mittelalterliche Dorf Rieseby vor 1599 von Cay von Ahlefeldt niedergelegt

  wurde und die Kirche lange Zeit alleine im Felde stand.

 

  dass im 18. und 19. Jahrhundert (bis 1903) ein Armenstift unmittelbar vor der

  Kirche stand mit 4 Wohnungen und einem Pferdestall. Das Gebäude hatte

  Fenster mit Bleiverglasung.

 

  das es 1909 in der Gemeinde Rieseby überhaupt nur 133 Wohnhäuser gab,

  davon 20 sächsische Bauernhäuser (dazu in den Gutsbezirken Büchenau 7,

  Büstorf mit Sönderby 46, Krieseby mit Zimmert 30, Saxtorf 18, Stubbe 19).

 

  dass die Kirche vor 1913 weiß angestrichen war und auch im Inneren ganz

  anders als heute gestaltet war; z. B. befand sich an der Stelle, wo heute

  die Kreuzigungsgruppe hängt, das Patronatsgestühl von Stubbe.

 

  dass die Eckernförder Landstraße von Dingstock bis Strandberg erst 1913

  ausgebaut wurde und dass der alte Landweg nach Basdorf und Eckernförde

  der Greensweg (früher Lausenweg) war.

 


01.06.2014

Karl-Christian Strandberg

 

Erinnerungen an meine Jugendzeit

 

In unserer Jugend unternehmen wir viel gemeinsam in der Freizeit und heckten auch hin und wieder mal kleine Jugendstreiche aus.Wenn wir nach der Schule die aufgetragenen Arbeiten zu Hause gemacht hatten, trafen wir uns meistens bei meinem Freund Klaus in Basdorf. Zuerst zogen wir mit den Älteren  zu den umliegenden Kuhlen auf den Saxtorfer Koppeln. Dort wurden mit eingesetzten Reusen Fische gefangen, und auf dem Rückweg versuchten wir Jungpferde (Remoten) einzufangen, aber es klappte leider nie.

 

In den Auen fischten wir Stichlinge, Karauschen und Kaulquappen mit einem Eimer oder einem Drahtkorb heraus. Ein Teil der Beute wurde mit nach Hause genommen, und die Stichlinge und Kaulquappen kamen in einen großen Glaskrug (Bindeglas) mit Wasser. Das waren nun unsere Zierfische und wir konnten gut verfolgen, wie aus einer Kaulquappe ein kleiner Frosch wurde.

Solche Streifzüge unternahmen wir auch bis in den Rögener Wald, zum Sönderbyer Fischteich und zum dortigen Tannenwald  (Dinghöh).

 

Im Winter - damals gab es noch ordentlich Frost und Schnee - wurde gerodelt und Bob gefahren auf dem Galgenberg, den es heute nicht mehr gibt. Auf den zugefrorenen Teichen und großen Überschwemmungen, liefen wir Schlittschuh, fuhren Schwungschlitten und veranstalteten Eissegeln mit selbstgebauten Kastenschlitten.

 

Viele solcher Unternehmungen könnte ich noch aufzählen, aber eine kleine Begebenheit will ich noch kurz berichten.

 

In der Scheune von Schlachtermeister Holst in Basdorf turnten wir als Jungen gern viel herum, natürlich auch auf dem Dach - und das durften wir nicht!

 

Eines Tages waren wir wieder auf dem Dach der Scheune und saßen auf der Dachkante (Traufe) zur Koppelseite. Einer von den älteren Jungen fragte "

Wer traut sich, hier herunterzuspringen?" Da haben wir uns alle nur angeguckt, denn für uns war es ganz schön hoch. Plötzlich rief einer der großen Jungen: "Schlachtermeister Holst kommt"  Und dann ging auf einmal alles sehr schnell.

Wie auf Kommando sprangen wir alle herunter und saßen im Nu auf der frischgepflügten Koppel. Es war für uns zum Glück eine weiche Landung, denn keiner hatte sich verletzt. Aber von Schlachtermeister Holst, vor dem wir ordentlich Respekt hatten, war nichts zu sehen. Da hatte uns doch einer der Älteren hereingelegt, um uns einmal springen zu sehen.

 

In den letzten Jahren bin ich oft über die Felder und zu den Spielstätten meiner Jugendzeit gegangen. Dabei habe ich festgestellt, daß sich vieles verändert hat. Die alte Scheune wurde schon 1963 abgerissen . Auch an der Au habe ich gestanden und ins fließende Wasser geschaut, aber Stichlinge oder Karauschen habe ich leider keine gesehen.

 


Herbert Jepsen, Eckernförde


Zur Geschichte eines Hauses in Basdorf


Das Haus am nördlichen Ortsrand von Basdorf in dem Ortsteil, der Hysteen genannt wurde, war 120 Jahre im Besitz unserer Familie und ist nun schon 145 Jahre alt. Es könnte sicher viel mehr erzählen, als ich hier mit­teilen kann. Da es zu den älteren Häusern in der Gemeinde gehört, will ich der Bitte des Herausgebers gern entsprechen und hier etwas über die Geschichte erzählen.

 

 

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Heute wohnt die Familie Wolff in diesem Haus
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